Rechner Übersicht ETF-Steuerrechner

ETF-Verkauf & Steuern

Berechne, wie viel vom Finanzamt einkassiert wird, was die "Teilfreistellung" ist und wie viel ETF-Gewinn als Netto bar auf deinem Konto landet.

Dein Verkauf "Dieses Jahr"

Dein Brutto-Gewinn

Eigene Steuerfreibeträge

Max. 1.000 € (Singles) oder 2.000 € (Ehepaare). Setze diesen auf 0, wenn du deinen Freibetrag schon z.B. für Tagesgeld Zinsen aufgebraucht hast.

Netto-Erlös aus Gewinn

Auf dem Konto

Das Finanzamt behält genau (Steuerlast).

Kalkulation Betrag
1. Brutto-Kursgewinn
Minus Sparer-Pauschbetrag
2. Steuerpflichtiger Gewinn
3. Steuern abführen
Davon Abgeltungssteuer (25%)
Davon Soli (5,5% auf Steuer)
Effektiver Steuersatz (Tatsächlich gezahlt / Gewinn):
*Berechnungen gemäß InvStG. Bei bereits gezahlter Vorabpauschale über die Vorjahre verringert sich die Steuerlast hier an dieser Stelle (im Jahr des Verkaufs) entsprechend, da diese bei der Bank angerechnet wird.

Steuer-Optimierung für ETF-Sparer

Der deutsche Staat möchte mitverdienen. Doch mit ein paar legalen Tricks, die dieser Rechner automatisch berücksichtigt, behältst du deutlich mehr Geld bei dir:

1. Das Geschenk: Teilfreistellung Aktien-ETFs (Fonds mit über 50 % Aktienquote) genießen durch das Investmentsteuergesetz einen pauschalen Steuer-Rabatt. Satte 30 % deines Gewinns sind komplett steuerfrei! Gibst du im Dropdown also Aktien-ETF an, zieht der Rechner diese 30 % sofort vom brutto ab, bevor überhaupt Steuern berechnet werden.
2. Der Freistellungsauftrag Jedem Deutschen stehen pro Jahr 1.000 € (steuerfrei) an Gewinnen zu (bzw. 2.000 € für gemeinsam veranlagte Ehepartner). Stellst du diesen Slider richtig ein, fängt dieser Auftrag nochmal den restlichen steuerpflichtigen Gewinn ab. Liegt dein Gewinn also (nach Teilfreistellung) unter diesem Auftrag, zahlst du exakt 0,00 € Steuern.
3. Der effektive Steuersatz Obwohl die Abgeltungssteuer in Deutschland ca. 26,375 % beträgt, zahlst du dank der 30 % Teilfreistellung de facto bei großen Summen effektiv oft nur ca. 18,46 % Steuern auf deinen Gesamtgewinn. Oben im Wasserfall rechnet dir das Tool diesen effektiven Prozentsatz exakt aus.
4. FIFO-Verkaufsprinzip Wichtig wenn du Teilverkäufe tätigst: In Deutschland gilt automatisch das Prinzip *First In, First Out (FIFO)*. Es werden steuerlich immer die ETF-Anteile zuerst verkauft, die du vor 10 Jahren zuerst gekauft hast (welche deshalb massiven Kursgewinn haben). Dies generiert oft höhere Steuerlasten, als man beim simplen Draufschauen erwartet!

Häufige Fragen: Verlusttopf & Vorabpauschale

Banken führen im Hintergrund automatisch Buch (der *Verlustverrechnungstopf*). Wenn du im März eine Aktie mit 500 € Verlust verkaufst, merkt sich die Bank das. Wenn du im Mai dann deinen ETF mit 500 € Gewinn (Brutto) verkaufst, gleicht die Bank diesen Verlust exakt aus. Du zahlst also für die 500 € ETF-Gewinn keinen einzigen Cent auf Steuern. Die von uns hier errechneten Steuern werden nur dann abgezogen, wenn dein Topf im Plus ist.
Bei thesaurierenden (wiederanlegenden) ETFs verlangt Deutschland am Anfang jeden Jahres oft einen kleinen minimalen Abschlag (die Vorabpauschale) direkt von deinem Giro-/Verrechnungskonto. Aber keine Sorge: Wenn du den ETF dann irgendwann nach 20 Jahren verkaufst, zieht dir die Bank all diese kleinen gezahlten Beträge von deiner Abschlusssteuer ab. Du zahlst in der Summe deines Lebens keinen Cent mehr Steuern – sie werden lediglich etwas über die Zeit gestreckt eingetrieben.

Anleitung: So nutzt du den ETF-Steuerrechner

1. Brutto-Gewinn ermitteln

Es werden immer nur deine reinen Kursgewinne versteuert, niemals das eingesetzte Kapital. Trage also den heutigen Verkaufswert und deinen damaligen Start-Kaufpreis ein. Der Rechner ermittelt sofort deinen Brutto-Gewinn, um den alle weiteren Berechnungen kreisen.

2. Die Magie der Teilfreistellung aktivieren

Wenn dein Fonds zu über 50 % aus Aktien besteht (jeder MSCI World, S&P 500 etc. tut das), wählst du "Aktien-ETF". Dies ist der größte Steuerhebel: Der Staat ignoriert auf einen Schlag 30 % deiner gesamten Gewinne komplett als "Teilfreistellung". Die Steuer-Berechnungsgrundlage stürzt sofort nach unten.

3. Deinen Sparer-Pauschbetrag abziehen

Hast du deinen diesjährigen Pauschbetrag von 1.000 € (Single) oder 2.000 € (Verheiratet) noch nicht durch Girokonto-Zinsen oder Dividenden verbraucht? Dann schiebe den Regler hoch! Dieser Betrag wird von deinem übrig gebliebenen Gewinn abermals komplett abgezogen, bevor die erste Steuer berechnet wird.

4. Zuschläge: Kirchensteuer einkalkulieren

Das deutsche Steuerrecht ist verschachtelt. Die reine Abgeltungssteuer ist 25 %. Darauf kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag (auf die Steuer, nicht auf den Gewinn). Gehörst du der röm.-kath. oder evangelischen Kirche an, zahlst du hierauf auch noch 8 % oder 9 % Kirchensteuer, wodurch sich die Grund-Abgeltungssteuer leicht verschiebt. Wähle dein Profil!

5. Das Wasserfall-Balkendiagramm lesen

Blicke auf das rechts stehende Diagramm. Dieser "Wasserfall" zeigt dir exakt, wer dir etwas von deinem reinen Anlage-Gewinn abknöpft. Du siehst genau, welcher Teil zu dir als "Netto-Auszahlung" wandert (grün) und Welchen Block das Finanzamt (rot) einbehält. Unter "3. Steuern abführen" findest du extrem transparent deinen wirklichen, echten Effektivsteuersatz!